September 2010: Interview: „Das Klima in unseren Büros ist hochkomfortabel“

   

 
 

Mit der Realisierung des von PKi geplanten Energiekonzepts ging die Heine + Beisswenger Stiftung + Co. KG in Fellbach einen nicht alltäglichen Schritt. Das Unternehmen entschied sich für den Einsatz von Erdwärme. Eine reversible Wärmepumpe, die mit einer Bauteilaktivierung gekoppelt ist, nutzt dazu acht Erdsonden à 80 m Tiefe. Das Ergebnis spricht für sich: Durch die Geothermie-Anlage können etwa 80 Prozent des Wärme- und Kühlbedarfs des gesamten Gebäudes umweltverträglich und kostengünstig abgedeckt werden. Zusätzlich konzipierte PKi eine Quelllüftung der Büroräume. Gemeinsam mit einem außen liegenden Sonnenschutz wird so ein hervorragendes Raumklima für die Nutzer gewährleistet.

Markus Pfeil: Herr Heine, Sie nutzen Ihr neues Verwaltungsgebäude mittlerweile seit Februar 2008. Der Sommer in diesem Jahr hatte ja eine über Wochen anhaltende Hitzeperiode mit Tagestemperaturen von weit über 30°C. Wie haben Sie und Ihre Mitarbeiter dieses extrem heiße Klima erlebt?

Matthias Heine: Das Klima in den Büros ist zusammengefasst hochkomfortabel – ein Traum. Uns wurde immer nur dann bewusst, wie extrem heiß es draußen ist, wenn wir mit Kunden telefonierten, die über die Hitze stöhnten. Und natürlich beim Heraustreten aus dem Gebäude. Da merkte man erst, wie angenehm die Bauteilaktivierung in den Büros ist.

MP: Ich erinnere mich daran, dass Sie sich die Entscheidung für das Gebäudeklimatikkonzept Bauteilaktivierung und Quelllüftung im Planungsprozess nicht einfach gemacht haben. In unserem damaligen Beratungsgespräch wiesen wir darauf hin, dass sich der hohe Komfort des Raumklimas auch auf die Produktivität Ihrer Mitarbeiter auswirkt und Ihnen so wirtschaftliche Vorteile bringt. Wie beurteilen Sie Ihre Entscheidung aus heutiger Sicht?

MH: Die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter ist ein wesentlicher Faktor für ein Wirtschaftsunternehmen wie wir es sind. Deshalb bin ich froh, dass Sie mich seinerzeit überzeugen konnten. Die vergangenen zwei Jahre haben bewiesen, dass die Entscheidung für das Gebäudeklimatikkonzept richtig und wichtig war und dass die gesamte Firma davon profitiert. Auch bei extrem heißen Temperaturen blieb die Produktivität unserer Mitarbeiter konstant hoch. Ich denke, dass wir das zu einem großen Teil auch dem hervorragenden Raumklima zu verdanken haben.

MP: Ein Element des Energiekonzeptes ist die Lüftung des gesamten Gebäudes über den Doppelboden und die darin befindlichen Quellluftauslässe. In der Planung haben wir bewusst auf geringe Luftmengen und damit auf ein klein dimensioniertes Lüftungssystem gesetzt. Die Gründe hierfür lagen einerseits in der hohen Behaglichkeit, die so erreicht wird, andererseits konnten wir so aber auch die Investitionen und die Betriebskosten der Lüftung so gering wie möglich halten. Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Lüftungskonzept?

MH: Wir nehmen die Lüftung im Gebäude gar nicht wahr. Es gibt weder eine Luftverschlechterung in den Büros, noch stören irgendwelche Geräusche oder Gerüche. Die Luft empfinden unsere Mitarbeiter einfach als sehr angenehm.

MP: Ein Argument für eine kontrollierte Lüftung war unter anderem, dass der Neubau an der stark befahrenen Höhenstraße in Fellbach liegt. Dennoch haben wir im Energiekonzept Fenster vorgesehen, die der Nutzer jederzeit öffnen kann. Welchen Umgang konnten Sie damit beobachten?

MH: Ganz selten werden einmal Fenster geöffnet. Manchmal macht ein Mitarbeiter am Morgen kurz seine Fenster auf, um durchzulüften. In der Regel sind die Fenster dann aber den ganzen Tag geschlossen, weil niemand das Bedürfnis hat, so für Frischluft zu sorgen.

MP: Sie haben im neuen Gebäude nun schon zwei Heizperioden erlebt. Was können Sie davon berichten?

MH: Auch im Winter ist das Gebäude sehr komfortabel. Positiv empfinden wir, dass wir über die Heizkörper jeden Raum individuell temperieren können. Hier sind die Mitarbeiter ja sehr verschieden. Dem einen genügen 20° im Büro, der andere mag es eher wärmer.

MP: Ein Großteil der Wärme wird aus Erdwärmesonden geliefert, die Kälteversorgung erfolgt komplett darüber. War Ihre Entscheidung für die Geothermie aus heutiger Sicht richtig?

MH: Absolut. Ich beobachte die Energiepreisentwicklungen und habe ein gutes Gewissen. Was will man mehr?

MP: Würden Sie sich wieder für ein Energiekonzept dieser Art entscheiden?

MH: Ganz klar. Ich bin davon überzeugt – und das belegen auch unsere Erfahrungen aus den vergangenen zwei Jahren – dass wir sowohl beim Heiz-, Kühl- und Lüftungskonzept im Gebäude als auch beim Einsatz der Geothermie als erneuerbare Energiequelle den richtigen Weg für uns eingeschlagen haben.

MP: Herr Heine, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

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